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Johannes Brahms 1854 : Variationen über ein Thema von Robert Schumann, op. 9

http://www.youtube.com/watch?v=ae9kD3tl9vMvon PhilippeLoTheEternal

Max Kalbeck zu Brahms, op. 9:
«Um zu erkennen, welchen Fortschritt der Einundzwanzigjährige in dieser ihm besonders zusagenden Form der Komposition gemacht hatte, braucht man das neue Werk nur mit den Variationen über ein ungarisches Lied zu vergleichen. Diese sind zwar später (1861) veröffentlicht, aber früher, etwa ein halbes Jahr vor op. 9, komponiert worden. Schon die Wahl des Themas ist keine glückliche (Brahms hatte es sich am 17. Januar 1853 notiert) und die Willkür, mit welcher er die widerhaarige Melodie in Dreiviertel- und Viervierteltakte zerlegte, grenzt an Trotz. Man merkt dem jugendlichen Hitzkopfe die Lust nur allzu sehr an, einen sporenklirrenden Magyaren nach der deutschen Pfeife tanzen zu lassen, und die kontrapunktischen Sprünge, zu welchen er das nationale Lied zwingt, haben etwas von der Bockbeinigkeit des steifen Theoretikers – die Pußta wird in Marxsens Schulstube verlegt. Vielleicht bedeuten die Variationen eine Erinnerung an Reményi, die beinahe aussieht, wie eine Abrechnung oder Zurechtweisung.» 
von truecrypt
«Ein ganz anderer Geist waltet in den sechzehn Veränderungen der Schumannschen Melodie. Sie ist den »Bunten Blättern« op. 99 entnommen und steht dort als erstes in einer Reihe von acht »Albumblättern«, geistreichen, graziösen und lieblichen musikalischen Einfällen im Charakter der Jean Paulschen »Frucht- und Dornenstücke«
(3:37) von incontrario motu
«Brahms hatte im Sinne, zusammen mit Frau Klara dem erkrankten Meister eine Huldigung darzubringen, und darum griff er zu demselben Thema, das Klara schon im Mai variiert hatte, und richtete es so ein, daß beide Werke gleichzeitig bei Breitkopf und Härtel herauskamen.»
Max Kalbeck : Johannes Brahms 1, Berlin 41921, 172f. •