‹Auslegung und Hermeneutik der Bibel in der Reformationszeit› online

Christine Christ-von Wedel, Sven Grosse (Hg.) : Auslegung und Hermeneutik der Bibel in der Reformationszeit (Historia Hermeneutica. Series Studia 14), Berlin/Boston 2017

«Die Bedeutung der Bibel für die Reformation ist unbestritten. Dieser Band erschliesst die Auslegung und Hermeneutik der Bibel in der Reformationszeit anhand mehrerer Querschnitte. Er geht auf die Wittenberger Reformatoren ein (Luther, Melanchthon), auf die Reformierten (u. a. Bullinger, Calvin, hier wird auch Bucer eingeschlossen), aber auch Querverbindungen: zu Erasmus, den Täufern und der christlichen Rezeption jüdischer Bibelauslegung.» → PDF (De Gruyter)•

Gottfried Keller über Jeremias Gotthelf (1851)

(Bild: https://www.gottfriedkeller.ch/allgemein/leben/index.php)
Pastellzeichnung von Ludmilla Assing 1854

«Zu den bedeutendsten literaturkritischen Schriften Kellers gehören die Gotthelf-Rezensionen, die er zwischen 1849 und 1855 verfaßte und in den von Brockhaus verlegten Blättern für literarische Unterhaltung publizierte. So sehr er, als Radikalliberaler, Gotthelfs christlich-konservative Politisiererei ablehnte, so sehr wußte er dessen erzählerisches Talent zu schätzen.»

«Da ist nie die Rede von der ‹schönen symbolischen Bedeutung› des Christenthums, von seiner ‹herrlichen geschichtlichen Aufgabe›, von der Verschmelzung der Philosophie mit seinen Lehren. Dagegen spielt der Teufel eine gewichtige Rolle und Jeremias Gotthelf lässt uns diplomatischerweise im Unklaren, ob er nur als poetische Figur oder als baare Münze zu nehmen sei. Seine tugendhaften Helden sind alles conservative Altgläubige, und der Gott Schriftsteller mit der schicksalverleihenden Feder weiß sie nicht anders zu belohnen als daß sie entweder reich und behäbig sind, oder es schließlich werden. Die Lumpen und Hungerschlucker aber sind alle radicale Ungläubige und ihnen ergeht es herzlich schlecht. Spott und Hohn treffen sie um so schärfer, je länger ihnen der Bettelsack heraushängt und je dürrer ihre Felder stehen. Dies ist ganz in der Ordnung; denn nicht anders verhält es sich in der Wirklichkeit.»

→ https://www.gottfriedkeller.ch/allgemein/prosa/gotthelf.php (Uni Zürich)