Tag Archives: Gottfried Keller

Gottfried Keller um 1845 : «Teufelpfaff»

Keller, Gottfried: [Teufelpfaff]. [Glattfelden], [1845?]. Zentralbibliothek Zürich, GKN 111 Dep. Stiftung Gottfried Keller Zentrum, Glattfelden

«Schwarz ist der Teufel;
Schwarz ist die Nacht;
Schwarz sind die Pfaffen
In frommer Pracht!»

Diesen Spottvers zum schwarz-kardinalsrot gepinselten «Teufelpfaff» verfasste Gottfried Keller vermutlich im Sommer 1845 auf eine Türfüllung in der Dachkammer des Scheuchzerhauses in Glattfelden.
e -manuscripta •

Gottfried Keller über Jeremias Gotthelf (1851)

(Bild: https://www.gottfriedkeller.ch/allgemein/leben/index.php)
Pastellzeichnung von Ludmilla Assing 1854

«Zu den bedeutendsten literaturkritischen Schriften Kellers gehören die Gotthelf-Rezensionen, die er zwischen 1849 und 1855 verfaßte und in den von Brockhaus verlegten Blättern für literarische Unterhaltung publizierte. So sehr er, als Radikalliberaler, Gotthelfs christlich-konservative Politisiererei ablehnte, so sehr wußte er dessen erzählerisches Talent zu schätzen.»

«Da ist nie die Rede von der ‹schönen symbolischen Bedeutung› des Christenthums, von seiner ‹herrlichen geschichtlichen Aufgabe›, von der Verschmelzung der Philosophie mit seinen Lehren. Dagegen spielt der Teufel eine gewichtige Rolle und Jeremias Gotthelf lässt uns diplomatischerweise im Unklaren, ob er nur als poetische Figur oder als baare Münze zu nehmen sei. Seine tugendhaften Helden sind alles conservative Altgläubige, und der Gott Schriftsteller mit der schicksalverleihenden Feder weiß sie nicht anders zu belohnen als daß sie entweder reich und behäbig sind, oder es schließlich werden. Die Lumpen und Hungerschlucker aber sind alle radicale Ungläubige und ihnen ergeht es herzlich schlecht. Spott und Hohn treffen sie um so schärfer, je länger ihnen der Bettelsack heraushängt und je dürrer ihre Felder stehen. Dies ist ganz in der Ordnung; denn nicht anders verhält es sich in der Wirklichkeit.»

→ https://www.gottfriedkeller.ch/allgemein/prosa/gotthelf.php (Uni Zürich)

Johannes Brahms 1874 : Kleine Hochzeitskantate WoO 16 posth

brahms_hochzeitskantate

Johannes Brahms (1833–1897) : Hochzeitskantate (Juli 1874), Autograph → e-rara

Text von Gottfried Keller (1819–1890):

Zwei Geliebte, treu verbunden
Gehen durch die Welt spazoren
Jedes hat sein Herz verloren
Doch das Andre hat’s gefunden.

Jeder trägt die leichte Last
Wie die Uhr am Kettchen fast.
Also geht’s auf Steg und Wegen
Ruhig fort mit gleichen Schlägen.

«Schau, die können’s!» sagen ferne
An der Himmelshöh‘ die Sterne.
„Wer sind sie?“ gleich schrei’n sie* da:
„Sigmund und Emilia!“
_____
* Brahms: ‹wir›. •