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Wer hat’s erfunden? # 1 – Ältestes deutschsprachiges Fondue-Rezept 1699

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Das vermutlich älteste deutschsprachige Fondue-Rezept findet sich im handschriftlichen Kochbuch der Anna Margaretha Gessner-Kitt (1652–?) [Zentralbibliothek, Zürich, Ms.P 6071]:
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Anna Margaretha Gessner-Kitt [1652–?] : Kochbuch, [Zürich], 1699
→ e-manuscripta, p. 254.

«Käß mit wein zu kochen
Thu ein halb gläßlin voll wein in ein blaten auf
die glutpfann und thu gschabnen oder zerribnen
feißen alten käß darein. Ist er aber lind, das er
sich nit schaben oder zerreiben laßt, so schnid ihn so dünn
du kanst, und laß ihn im wein kochen, biß er gantz
zergangen, und man den wein im im kusten nit
mehr gspürt. Dann dunke brot darein, und iß ihn also
mit dem brot, aber du must allzeit ein wenig glüht
darunter laßen, sonst wird er bald wider hert.» •

Anna Margaretha Gessner-Kitt 1699 : Kochbuch

kochbuch_1699Anna Margaretha Gessner-Kitt [1652–?] : Kochbuch, [Zürich], 1699
e-manuscripta
margaretha_gessner_2p. 268
«Ein andern gatung, apfel zu kochen
Nim hübsch süss apfel, schneid den butzen oben darauß, laßs in gantz, mach dann ein guten knollen buter heiß, thus darein samt eim becher vol rohten wein, stells auf die glut und thu auf eim eißinen dekel glüeht darauf, damit sie unden und oben hüpsch braten, thu auch gstoßnen zimmet und zuker darein und wanns du auftragen wilt, so schab mehr zuker drüber.» •