Gänsebuch 1510 – Text und Kontext

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«Ein multisensorisches Werk der Vergangenheit wird durch die Multimediatechnologien der Gegenwart dargestellt und erforscht. Ein Team internationaler Experten unter der Leitung von Volker Schier und Corine Schleif öffnet das Gänsebuch für Wissenschaftler und schafft gleichzeitig ein Fenster für ein interessiertes Publikum. Das großformatige Graduale wurde im Jahr 1510 für die Pfarrei St. Lorenz in Nürnberg fertiggestellt. Es überlieft die Choräle, die von den Chorknaben bis zur Einführung der Reformation im Jahr 1525 gesungen wurden. Die Handschrift ist bekannt für ihre provokativen und satirischen Illuminierungen, darunter die Darstellung, die dem Buch ihren Namen gibt. Viele mittelalterliche Handschriften dürfen nicht berührt werden, da sie zu wertvoll und fragil sind. In digitaler Form jedoch können diese 2 Bände nun von jedem „angefasst“ werden.» •

Georg Büchner: Mémoire sur le système nerveux du barbeau, 1836

Digitalisat: → Biodiversity Heritage Library

Der in Hessen steckbrieflich gesuchte «Hochverräter» Georg Büchner floh 1835 nach Strassburg. Hier schrieb der studiosus medicinae in französischer Sprache die Abhandlung «Mémoire sur le système nerveux du barbeau», die er 1836 an der neu gegründeten Universität Zürich als Dissertation einreichte. Als «Asylant der Sonder-Classe» erlangte er hier nach einer Probevorlesung «Über Schädelnerven» die venia legendi für Physiologie und vergleichende Anatomie.
«Ich sitze am Tage mit dem Skalpell und die Nacht mit den Büchern», schrieb er Ende November 1836 dem Bruder Wilhelm. Tagsüber unterrichtete er in seiner Wohnung an der Spiegelgasse 12 fünf Studierende – des Nachts jedoch arbeitete er an seinen Dramen «Woyzeck» und «Leonce und Lena». Knapp hundert Tage hatte Georg Büchner in Zürich verbracht, als er am 19. Februar 1837 erst 23jährig starb. •

Blog von Hans Rudolf Lavater–Briner (CH)

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