Vorbildlich: Kirchenbücher des Kantons Appenzell Ausserrhoden (Schweiz) online

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AR_Kirchenbuechervia Archivalia (wie immer eine Nasenlänge voraus …)

«Das Staatsarchiv Appenzell Ausserrhoden stellt der Öffentlichkeit den kantonalen Kirchenbuchbestand* online zur Verfügung. Es kann nun jederzeit, kostenlos und bequem am Computer oder Handy auf 159 Bücher bzw. rund 50 000 Seiten Datenmaterial zugegriffen werden.» → Staatsarchiv Ausserroden

* Appenzell Ausserrhoden ist, historisch bedingt, mehrheitlich evangelisch-reformiert:

Gais

StAAR Kirchenbuch Gais 1529–1740 (Pfarrverzeichnis 1529–1740, S. 1) •

 

Sebastian Castellio # 1: «Vere poeta» 1538

Castellio_1697

Sebastian Castellio, aus: Biblia sacra ex Sebastiani Castellionis interpretatione, Frankfurt (Thomas Fritsch) 1697, Titelblatt
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Sebastian Castellio
«geboren 1515 Saint-Martin-du-Fresne (Savoyen),gestorben 29.12.1563 Basel. Sohn eines Bauern. Nach humanist. Studien in Lyon und dem Übertritt zur Reformation begab sich C. 1540 als Mitarbeiter Johannes Calvins nach Strassburg. 1541 wurde er zum Rektor des Collège de Rive in Genf ernannt („Dialogi sacri“ 1542). Nach dem Zerwürfnis mit Calvin liess sich C. 1545 in Basel nieder, wo er als Korrektor beim Drucker Johannes Oporinus tätig war. Um 1553 wurde er zum Prof. für Griechisch an die Universität berufen. Ein halbes Jahr nach der Hinrichtung Michel Servets in Genf (1553) gab C. das Werk „De haereticis an sint persequendi“ heraus, eine Sammlung älterer und zeitgenöss. Aussagen gegen die Ketzertötung (u.a. von Martin Luther, Johannes Brenz, Erasmus, Sebastian Franck, Augustin, Laktanz, Johannes Chrysostomus). Wichtigster Eigenbeitrag C.s war die Einleitung unter dem Pseudonym Martinus Bellius. Damit wurde die Toleranzdebatte mit Calvin und Theodor Beza eröffnet, in deren Verlauf C. noch weitere Streitschriften zugunsten der (stets biblisch begründeten) Toleranz verfasste. Daneben gab er zwei vollständige Bibelübersetzungen (lat. 1551, franz. 1555), die Werke mehrerer griech. Autoren (Xenophon, Herodot, Diodor, Homer, Thukydides) sowie die spätma. Erbauungsschriften „Theologia Deutsch“ und „Imitatio Christi“ heraus. Die Auseinandersetzungen mit den Genfer Theologen brachten ihn mit der Zeit auch in Basel in Schwierigkeiten (u.a. wegen seiner Kritik an der calvinist. Prädestinationslehre). Einer möglichen und offensichtlich erwogenen Übersiedlung nach Polen kam der Tod zuvor. C.s letztes Werk, „De arte dubitandi“ (erste vollständige Ausgabe 1981), schlägt eine ideengeschichtl. Brücke zu den Anfängen rationalist. Denkens. Das hist. Hauptverdienst des Humanisten C. ist seine Verteidigung von Toleranz und Religionsfreiheit sowie seine Ablehnung der Tötung von Menschen aus religiösen Gründen. In den Niederlanden, in England, bei den dt. Lutheranern gemässigter und frühpietist. Richtung sowie in Polen bei den Sozinianern wirkten seine Ideen noch lange nach.»
HLS (Hans Rudolf Guggisberg)

Castellio_1538Gilberti Ducherii Vultonis Aquapersani [Gilbert Ducher (1490?–15..)] epigrammaton libri duo, Lyon (Sebastian Gryphius) 1538
[67, [1] S., letzteSeite leer, 16 cm (8°)] (worldcat) → gallica

Das Werk enthält neulateinische Epigramme von «Freunden» Duchers auf literarische Grössen wie Erasmus, Budaeus, Melanchthon, Ducher, Rabelais. Auf S. 156f. findet sich die vermutlich erste bekannte Veröffentlichung Castellios. •

Castellio_1538_1

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